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Einzelarbeitsvertrag: Aushilfsarbeit & Gelegenheitsarbeit

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Rechtsbibliothek Arbeitsrecht: Hier finden Sie Basisinformationen zum Rechtsthema „Definition Einzelarbeitsvertrag: Aushilfsarbeit und Gelegenheitsarbeit“

Zehnter Titel: Der Arbeitsvertrag

Erster Abschnitt: Der Einzelarbeitsvertrag

A. Begriff und Entstehung


Artikel 319 OR: Einzelarbeitsvertrag Begriff

 

Ziff. 1: Durch den Einzelarbeitsvertrag verpflichtet sich der Arbeitnehmer auf bestimmte oder unbestimmte Zeit zur Leistung von Arbeit im Dienst des Arbeitgebers und dieser zur Entrichtung eines Lohnes, der nach Zeitabschnitten (Zeitlohn) oder nach der geleisteten Arbeit (Akkordlohn) bemessen wird.

Ziff. 2: Als Einzelarbeitsvertrag gilt auch der Vertrag, durch den sich ein Arbeitnehmer zur regelmässigen Leistung von stunden-, halbtage- oder tageweiser Arbeit (Teilzeitarbeit) im Dienst des Arbeitgebers verpflichtet.

(Stand: 1. Januar 2018)

RB Arbeitsrecht Einzelarbeitsvertrag Aushilfsarbeit Gelegenheitsarbeit

Einzelarbeitsvertrag: Aushilfs- und Gelegenheitsarbeit

 

Die Aushilfs- und Gelegenheitsarbeit unterscheidet sich von der Teilzeitarbeit darin, dass Arbeitseinsätze bei jedem neuen Einsatz neu vereinbart werden müssen. Kein Unterscheidungsmerkmal hingegen ist die Tatsache, dass Hilfs- und Gelegenheitsarbeit oft vollzeitlich erfolgt. In der Regel besteht bei Aushilfs- und Gelegenheitsarbeit daher auch kein allgemeiner Rahmenvertrag. Insofern auch keine Vereinbarung zwischen den Parteien, wiederholt oder sogar regelmässig in ein gegenseitiges Arbeitsverhältnis zu treten. Ein Arbeitsvertrag wird bei der Aushilfs- und Gelegenheitsarbeit daher nur jeweils für den entsprechend vereinbarten Arbeitseinsatz geschlossen. Nach Ablauf des vereinbarten Arbeitseinsatzes, endet das Arbeitsverhältnis ohne dafür eine formelle Kündigung zu benötigen.

 


Regelmässige Aushilfsarbeit / Gelegenheitsarbeit

Finden mehrere Aushilfs- und Gelegenheitsarbeitseinsätze für den gleichen Arbeitgeber in enger zeitlicher Abfolge statt, so rückt die Arbeitskonstellation zwischen den Parteien immer mehr in Richtung Teilzeitarbeit. Der entscheidende Unterschied ist, ob die Bedingungen hinsichtlich der Arbeitseinsätze (insbesondere Arbeitslohn und Arbeitsdauer) bei jedem neuen Einsatz neu vereinbart werden oder ob sich eventuell ein (eventuell auch stillschweigender) Rahmenvertrag für das bestehende Arbeitsverhältnis herausgebildet hat. Im letzteren Fall wäre daher eher auf ein Teilzeitarbeitsverhältnis zu schliessen.

 


Im Zweifelsfall: Teilzeitarbeit oder Aushilfs- und Gelegenheitsarbeit?

Im Zweifelsfall tendieren die Arbeitsgerichte daher generell auch eher in Richtung Teilzeitarbeit, sofern Anzeichen für eine bestimmte Regelmässigkeit vorhanden sind. Zumal Teilzeitarbeit auch in der Spezialform „mit schwankendem Beschäftigungsgrad“ durchaus gängig und rechtlich nicht zu beanstanden ist. Schliesslich ist in einem solchen Fall auch dann auf Teilzeitarbeit zu schliessen, wenn eine Aneinanderreihung einzelner Aushilfs- und Gelegenheitsarbeitsverträge zwar grundsätzlich unzulässig ist, diese aber dazu dient, Kündigungsschutzbestimmungen und andere Arbeitnehmerrechte ohne triftigen Grund zu umgehen.

Obwohl die vorgenannten Unterscheidungen zwischen Teilzeitarbeit und Aushilfs- bzw. Gelegenheitsarbeit durchaus theoretisch logisch nachvollziehbar sind, stellen sich in der arbeitsrechtlichen Praxis oft schwierige Abgrenzungsprobleme.

 


Aushilfs- und Gelegenheitsarbeit unter Gesamtarbeitsverträgen

Zudem macht das Recht der Gesamtarbeitsverträge die Unterscheidung zwischen Teilzeitarbeit sowie zwischen Aushilfs- und Gelegenheitsarbeit nicht einfacher, da einige GAV die Teilzeitarbeit anders definieren als das Obligationenrecht. Vielfach gilt dort als Teilzeitarbeit, wenn ein Arbeitspensum unter einem im GAV vorgegebenen prozentualen Wert liegt. Zum Beispiel wird Teilzeitarbeit erst angenommen, wenn ein Arbeitnehmer unter GAV-Recht ein Arbeitspensum von unter 66% leistet. Mithin gelten nach dem beschriebenen Gesamtarbeitsvertrag diejenigen Arbeitnehmenden, die mehr als 66% arbeiten, als Vollzeitangestellte.

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(publiziert: XX.XX.XXXX; letztes Update: XX.XX.XXXX)

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