Arbeitsortswechsel und Unternehmensumzug

9. Januar 2017 | RB010-090 RECHTSBIBLIOTHEK Arbeitsrecht: Konflikte am Arbeitsplatz

Rechtsbibliothek Arbeitsrecht Arbeitsortswechsel und Unternehmensumzug

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Häufigste Antworten zu Arbeitsortswechsel und Unternehmensumzug

Kann mein Arbeitgeber einfach meinen Arbeitsort wechseln? Was kann ich gegen einen solchen Arbeitsortswechsel unternehmen?

Ein Arbeitsortswechsel kann durch einen Unternehmensumzug, durch Unternehmensverkauf / Restrukturierung, durch Beförderung oder eine Vielzahl anderer Gründe nötig werden. Unabhängig vom konkreten Grund, welcher zu einem Arbeitsortswechsel bei Ihnen führt, entspricht dieser in der Regel einer Änderung des Arbeitsvertrags, welcher Sie grundsätzlich nicht Folge leisten müssen. Eine einseitige Vertragsänderung dürfte in einem solchen Fall meist gegeben sein, weil die genaue Adresse des Arbeitsortes in der überwiegenden Zahl der Arbeitsverträge niedergeschrieben ist. Nur wenn diese Angabe fehlt, und der neue Arbeitsort nicht bedeutend weiter entfernt liegt, handelt es sich um keine einseitige Vertragsänderung. Entspricht aber der Arbeitsortswechsel der vorgenannten einseitigen Vertragsänderung, so haben Sie grundsätzlich nur die folgenden zwei Möglichkeiten:

  • Arbeitsortswechsel zustimmen: Sofern Sie der einseitigen Vertragsänderung zustimmen, wird diese rechtlich zu einer zweiseitigen Vertragsänderung. Sich mit dem Umzug und dem neuen Arbeitsort zu arrangieren heisst, an den neuen Ort zu pendeln, resp. sich dort so rasch wie möglich eine Wohnung zu suchen. Sofern Sie sich für die Fortführung des Arbeitsverhältnisses entscheiden, haben Sie nun während einer bestimmten Übergangszeit einen Anspruch auf die Entschädigung der Kosten, welche mit dem neuen und daher längeren Arbeitsweg verbunden sind. Diesen Anspruch haben Sie aber nicht ewig; vereinbaren Sie mit Ihrem Arbeitgeber daher am besten schriftlich, wie lange er Ihnen die Zusatzentschädigung ausrichten wird. Im Minimum muss Ihr Arbeitgeber Ihnen die Zusatzentschädigung für die Dauer bezahlen, welche Ihrer ordentlichen Kündigungsfrist entsprechen würde. Zudem muss Ihnen Ihr Arbeitgeber die Differenz zum bisherigen Arbeitsweg als Arbeitszeit anrechnen. Da die meisten Unternehmen einen solchen Umzug bereits längere Zeit im voraus planen, sollten Sie sich frühzeitig darüber informieren, ob hierfür bereits Übergangsregelungen ausgearbeitet wurden und, ob man Ihnen einen Beitrag an die persönlichen Umzugskosten leistet.
  • Arbeitsortswechsel nicht zustimmen: In diesem Fall bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als sich eine neue Stelle zu suchen, welche in der Nähe Ihres Wohnorts liegt. Denn der Entscheid gegen den Wechsel des Arbeitsorts bedeutet die Auflösung des bisherigen Arbeitsverhältnisses und in der Regel die ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber. Der Arbeitgeber kann Ihnen also nicht fristlos kündigen, nur weil Sie das Arbeitsverhältnis nicht an einem anderen Ort weiterführen möchten. Sofern er Sie nicht mehr am bestehenden Ort weiter beschäftigen kann, muss er Ihnen ordentlich kündigen. Sofern Sie während der ordentlichen Kündigungsfrist nicht am alten Ort beschäftigt werden können, weil Ihr Arbeitsplatz zum Beispiel bereits an den neuen Ort transferiert wurde und dieser für Sie in unzumutbarer Ferne liegt, haben Sie trotzdem einen Anspruch auf Lohnbezug. Sie müssen sich in einem solchen Fall aber so rasch wie möglich (am besten noch während der Kündigungsfrist) eine Ersatzarbeit suchen. Melden Sie sich auch sogleich beim örtlichen RAV an, um nach dem Ende der Kündigungsfrist Taggelder der Arbeitslosenversicherung beziehen zu können, bis Sie eine neue Stelle gefunden haben.

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